Auf vertrauten und auf neuen Wegen

VON SILVIA RUF-STANLEY
KEMPEN. Mit „Melodien, die begeistern" lockte der Kempener Arnold-Chor ein großes Publikum in die Paterskirche. Dies war nicht nur ein sehr schönes, von der Programmgestaltung her ausgewogenes Konzert, sondern gleichzeitig auch die Generalprobe für eine kurze Konzertreise, die der 63 Stimmen zählende Chor am kommenden Wochenende antritt. Bereits am Mittwoch wird der Chor mit dem Programm des Kempener Konzertes in Künzelsau in Baden-Würtemberg gastieren. An Christi-Himmelfahrt gestaltet der Chor eine Messe im Kloster Schöntal mit, danach steht ein Konzert in Bad Mergentheim auf dem Programm. Übrigens kehrt der Chor damit zu seinen Wurzeln zurück, treffen die Sänger doch im Rahmen ihrer Reise mit einem Chor aus Ernsbach zusammen, der aus der Arnold-Schraubenfabrik entstanden ist.

Bestens zusammen gefunden

Das Programm, dass der seit genau einem Jahr amtierende Chorleiter Udo Schröder zusammenstellte, vereinte auf wohltuende Weise bekannte und beliebte Lieder aus dem Repertoire des Chores mit neu einstudierten Melodien.

„Das ist der Tag des Herrn", des Schäfers Sonntagslied von Conradin Kreutzer, ein immer wieder, gerade wenn von einem reinen Männerchor gesungen, bewegendes Lied machte den Auftakt, gefolgt von einem ebenso kraftvoll wie berührenden „Die Himmel rühmen".

Hier zeigte sich besonders, dass Chor und neuer Chorleiter bestens zusammen gefunden haben. Sanft, zurückhaltend, aber stets die Fäden fest in der Hand haltend dirigiert Udo Schröder den Chor.

Opernstücke und leichte Muse

Über Opernstücke von Albert Lortzing und Richard Wagner ging es dem leichteren Teil des Programms entgegen. „La Montanara“, das Stück für Männerchöre, war in einem sehr schönen Satz von Luigi Pigarelli zu hören. Beeindruckend hier wie bei mehreren weiteren Soloauftritten der wohl tönende Bariton von Chormitglied Horst Steinkamp. Der zweite Teil nach der Pause gehörte eher der leichten Muse. „Lebe-liebe-lache" forderte der Chor das Publikum auf. Neue Wege beschreitet Dirigent Udo Schröder mit Songs wie dem Grand-Prix-Hit „Hallelujah" wie auch mit „Wochenend' und Sonnenschein" der Comedian Harmonists, offensichtlich zur Freude von Sängern und Publikum. Zum Abschluss ging es mit mehreren Shantys, begleitet von Chormitglied Günter Nelißen am E-Bass und Thomas Waser am Akkordeon, einem schwungvollen Ende zu.

Doch so einfach wollte das begeisterte Publikum die Sänger nicht gehen lassen. Einen eindrucksvollen Friedensappell gab es mit „Jerusalem", ebenfalls einer Neueinstudierung des Chores. Besinnlich wurde es mit dem Abendlied „Im Dorf, da geht die Glocke schon", ein zur Jahreszeit passendes Marienlied.