Überzeugend mit neuem Leiter Udo Schröder

VON GERD HOLTMEYER

KEMPEN 485 Zuhörer waren zum Konzert des Kempener Arnold-Chores gekommen. Schon seit einer Woche war die Aula des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums ausverkauft. Zwei Aspekte konnte man schon vor Beginn spüren, zum ersten die große Beliebtheit des Chores in der Stadt, zum zweiten die Spannung, wie es mit dem neuen Dirigenten weitergehen würde. Nach 54 Jahren hatte im April dieses Jahres Johannes Menskes den Stab an Udo Schröder weitergegeben, der in diesem Konzert zum ersten Mal in seiner neuen Funktion vor die Öffentlichkeit trat.

Zweifellos hat der Chor mit der Wahl von Udo Schröder einen guten Griff getan. Das ist nicht nur allgemeine Überzeugung der Chormitglieder. Der Mittdreißiger hatte auch schnell die Sympathien des Publikums gewonnen. Er strahlt Sicherheit und Ruhe aus, was sich spürbar auf den Chor überträgt.

Stark besetzter Chor

Der mit 58 Sängern erfreulich stark besetzte Chor gefiel sowohl mit klassischen Werken wie auch mit flotten Synkopen-Rhythmen. Mozarts Priesterchor aus der Zauberflöte wurde genauso wirkungsvoll vorgetragen wie Beethovens „Die Himmel rühmen" oder die „Hymne an die Nacht". Mit „Winter Wonderland" und „Jingle Bells" standen auch Elemente amerikanischer Weihnacht auf dem Programm. Hier konnte der Chor mit jazzigen Rhythmen das Publikum mitreißen. Chormitglied Horst Steinkamp erwies sich als souveräner Solist. Mit seinem ausdrucksvollen Bariton gefiel er in mehreren Kompositionen. Im „Transeamus" des schlesischen Komponisten Joseph Ignaz Schnabel bewährte sich Josef Birgels (Bass) als weiterer zuverlässiger Solist.

Für klangliche Abwechslung sorgten die Instrumentalisten vom „Nettetaler Kammerensemble" unter der Leitung von Frans Hamelers. Das Ensemble ist mit je drei ersten und zweiten Geigen, je zwei Bratschen und Celli sowie einem Kontrabass bewusst sehr klein besetzt; es kommt auf jeden einzelnen an. Zu Recht fand das Ensemble schnell Anklang beim Publikum. Es wusste mit gesanglichen Stücken wie Corellis Weihnachts-Concerto zu gefallen, auch mit dem spritzigen D-Dur-Presto von Mozart. Besonders verdient die solistische Leistung der Geigerin Maria Kyriakou in Vivaldis „Winter" aus den „vier Jahreszeiten" hervorgehoben zu werden. Mit dem kurzfristig eingesprungenen Trompeter Johannes Dobbelstein war ein weiterer versierter Instrumentalsolist verpflichtet worden. Als erste Zugabe wurde das sehr dankbar angenommene „Jerusalem" als Da Capo vorgetragen. Ein eindrucksvoller Abschluss des Konzerte gelang mit der zweiten Zugabe, dem „Sanctus“ aus Franz Schuberts Deutscher Messe.

Der Arnold-Chor 1902 Kempen e.V. wurde 1902, vor mehr als hundert Jahren gegründet. 54 Jahre war Johannes Menskes sein Leiter.