Mix von Abba bis Brahms

Erstmals in der über hundertjährigen Geschichte des Kempener Arnold-Chores gab es ein Neujahrskonzert. 500
Zuhörer in der Christ-König-Kirche deuten darauf hin, dass in Zukunft weitere folgen werden.

VON GERD HOLTMEYER

KEMPEN Den Beginn des Konzertes überließ der Hausherr seinem Gast, dem Kirchenchor St. Cornelius Brokekhuysen. Schnell wurde deutlich, dass nicht nur Kirchlichers zum Repertoire dieses gemischten Chores gehört. Gesungen wurden Titel, die man von Louis Armstrong („What a wonderful world“), Abba („Mich trägt mein Traum“) und den Beatles („Yesterday“) kennt.

Udo Schröder, Dirigent auch dieses Chores, leitete seine Sänger vom Klavier aus. Der Gastchor gefiel durch seine schwungvoll und saubere Darbietung. Das gilt auch für die beiden Halleluja-Fassungen im zweiten Teil. Mit „Tebje Pajom“ gaben die Sänger aus Broekhuysen eine Kostprobe davon, dass sie sich auch auf einen subtilen Vortrag verstehen. Edgar Elgars bekanntes „Pomp and Circumstance“ dagegen wurde zu schnell und damit zu forsch angegangen.

Beiträge aus Verdi-Opern

Aus der Tiefe des Kirchenraums kam Bariton-Solist Horst Steinkamp mit russischen Weisen langsam zum summenden Arnold-Chor hinzu. Mit seiner kräftigen, durchsetzungsfähigen Stimme war er ein adäquater Interpret, der sich noch mehrfach im Konzert auszeichnen konnte, s.o in Edvard Griegs „Olaf Trygvason". An die Don-Kosaken fühlte man sich erinnert, als der sichere Solo-Bass Josef Birgels die russische Ballade von den zwölf Räubern vortrug. Bekannt wurde diese Melodie nicht zuletzt durch die Adaption von Jo Knümann in seiner Fantasie „Russisch".

Außer mit russischen und norwegischen Melodien gefiel der 1902 gegründete Arnold-Chor unter der Leitung von Udo Schröder auch mit der gekonnten Wiedergabe von Beiträgen aus Verdi-Opern, den Chören der Kreuzfahrer und der Gefangenen. Auch Johann Strauß stand auf dem Programm. „Unter Donner und Blitz“ klingt in der Orchesterfassung durch die wirbelnden Pauken bedrohlich. Dieser Effekt lässt sich in der Version für Chor nicht zum Ausdruck bringen. Aber durch die präzise und lockere Vortragsweise gelang dem Männerchor trotzdem eine gute, gefällige Wiedergabe.

Das Nettetalet Kammerensemble unter der Leitung von Frans Hamelers steuerte in Salonorchester-Arrangements den fünften ungarischen Tanz von Johannes Brahms und das „Neapolitanische Ständchen“ bei, mit dem der Berliner Gerhard Winkler 1936 den Reigen seiner Italien-Hits eröffnete. Den wirkungsvollen Abschluss des Konzertes bildeten zwei von Männerchor und Kammerensemble einstudierte Märsche von Sohn und Vater Johann Strauß, der Zigeunerbaron-Einzugs- und der Radetzky-Marsch. Das begeisterte Publikum hörte noch zwei Zugaben.

Zunächst fanden sich alle Mitwirkenden zu Stephen Adams' (1844-1933) utopisch anmutendem Traum von einem friedlichen Jerusalem zusammen, dann klang es besinnlich aus mit dem kultiviert vom Arnold-Chor a capella gesungenen Sanctus aus Franz Schuberts Deutscher Messe.


 

 

 

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