Bericht der Rheinischen Post vom 5. Oktober 2010

 

Chorgesang und Bläserklang

Am Ende des Konzertes hielt es die Zuhörer nicht mehr auf den Sitzen: Stehend spendeten die Besucher der Christ König-Kirche in Kempen am Sonntagabend dem Arnold-Chor und dem Jugendblasorchester St Marien Beifall. Das Gemeinschaftskonzert war rundum gelungen.

VON ANGELA WILMS-ADRIANS
KEMPEN
Als hätten es die Sänger vom Arnold Chor 1902 Kempen geahnt, dass ihr Konzert auf einen herrlichen Sonnentag fiel: Im optimistisch kräftigen Auftakt begrüßten sie die vielen Besucher in der Kempener Kirche Christ König mit dem Lied „Die Sonne erwacht". Zwei Jahre hatte es wegen Terminschwierigkeiten gedauert, bis sich die Herren den Wunsch nach einem gemeinsamen Konzert mit dem Jugend-blasorchester St. Marien Kempen erfüllen konnten.

Bei „Chorgesang und Bläserklang“ füllten der große Chor und die jungen Instrumentalisten den breiten Chorraum aus. Der Hausherr, Kaplan Frank Schürkens sah es gerne und bescheinigte den Aktiven: „Ihr habt euch um den Altar versammelt, da das Singen immer auch zum Preis Gottes geschieht -auch wenn das Programm, wie ihr es euch ausgesucht habt, weltlich ist". Der junge Geistliche vermutete, dass die Musik in Herz und Beine gehen werde - und damit sollte er Recht behalten.

Dirigent Udo Schröder führte seine Sänger mit Songs wie „Rivers of Babylon“, „Über sieben Brücken muss du gehen“ und „Über den Wolken“ auf für den Chor neue Wege. Er mischte aber auch wohldosiert klassische Literatur für Männerchor dazu. Ob des guten Gelingens strahlte der engagierte Chorleiter der gut vorbereiteten und geschlossen auftretenden Sangesgemeinschaft. Zu Mc Brooms „Die Rose“ stimmte der Chor einfühlsam besinnliche Töne an. Im entschieden freudigen Klang sang er „Auf, auf zum fröhlichen Jagen" und verheißungsvoll andeutend „The lion sleeps tonight". Zu „Wochenend und Sonnenschein" leitete der Arnold-Chor beschwingt das Finale ein.

Das Jugendblasorchester St. Marien Kempen ergänzte das Programm mit einer mitreißenden Auswahl der Hit-Giganten wie Elton John sowie Simon and Garfunkel. Unter Willi Hilschers Leitung stellte es sich als eine spielfreudige Truppe mit Temperament und Gefühl für stillere Momente vor. Der Einstieg zu Miles „Music" z.B. war einfühlsam sanft in der orchestralen Begleitung zum Saxophonsolo. Doch im rhythmischen Umschwung und zur zündenden Steigerung bewies das Orchester gleich darauf Freude an Kontrasten. Während des Abends überzeugte es mit lebendig besetzten Instrumentengruppen, die im Gesamtklang und in musikalischen Dialogen gut zur Geltung kamen.

Im Riesenaufgebot bereiteten Chor und Orchester den Zuhörern mit dem gemeinsam servierten „Conquest of Paradise" wohliges Gänsehautgefühl. Danach hielt es das Publikum nicht mehr auf den Plätzen: Es sprang begeistert auf zu Standing Ovations.

 

 


 


 

 

 

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