Arnold-Chor 1902 Kempen e.V.
 
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 Stefan Thomas, Chordirektor FDB
ist unser Chorleiter




"Herr Thomas, seit 2011 leiten Sie den Arnold-Chor. Können Sie uns etwas sagen, rückblickend und auch über Ihre Erwartungen für die Zukunft?"


Da die Zusammenarbeit mit dem Chor bereits im sechsten Jahr erfolgreich funktioniert, kann ich diese Frage sehr weit ausführend beantworten (lacht), aber ich versuche, den Rahmen nicht zu sprengen. Mit dem Arnold-Chor 1902 Kempen darf ich den größten Männerchor im Chorverband Linker Niederrhein musikalisch betreuen. Der Vorsitzende des Chorverbandes, Hans-Theo Ohlenforst hat einmal gesagt: „Der Arnold-Chor ist das Flagg-Schiff unter den Männerchören im Chorverband!“ Die Leitung eines solch großen Chores ist zum einen eine Ehre, zum anderen aber auch eine Bürde, welcher sich jeder Chorleiter bewusst sein muss. In den zurückliegenden Jahren konnte ich mich immer auf den langjährigen Vorsitzenden, Herrn Werner Beckers verlassen, der den Chor mit Leidenschaft organisiert hat. Ihm verdanke ich ein sehr angenehmes Arbeitsklima. Alles wurde und wird abgesprochen und viele Dinge können so auf dem „kleinen Dienstweg“ abgearbeitet werden. Überhaupt besteht zwischen Vorstand und Chorleitung ein Vertrauensverhältnis, welches seinesgleichen sucht. Die bisher gesungenen Konzerte (insgesamt immerhin schon 10 Stück) waren immer High-Lights in meinem musikalischen Leben. Die jeweiligen Konzertpartner waren und sind immer Musiker auf höchstem Niveau, was die Aufführungen zusätzlich besonders macht. Zudem kommen noch zwei Konzertreisen nach Mecklenburg-Vorpommern und in den Schwarzwald dazu, wo ebenfalls – gemeinsam mit befreundeten Chören – konzertiert wurde. Außerdem singen wir regelmäßig in der Vorweihnachtszeit im Hospital und im von-Broichhausen-Stift, was für den Chor und mich eine Ehrensache ist. Immer wieder stellt man bei den Sängern eine unnachahmliche Treue zu „ihrem“ Chor fest, was es mir zusätzlich leicht macht. Außerdem sind die von mir in all den Jahren alleine zusammengestellten Konzertprogramme mit ausschlaggebend dafür gewesen, dass der Fachverband Deutscher Berufschorleiter (kurz: FDB) mir den Titel „Chordirektor FDB“ verliehen hat. Dies war nur möglich, weil auch dieser Chor die von mir vorgeschlagenen Werke geprobt und abschließend konzertant aufgeführt hat. Dafür gebührt den Herren ein Dank! Insgesamt ist die Stimmung im Chor vorbildlich, denn bis auf einige wenige Ausnahmen – doch solche gibt es erfahrungsgemäß in jedem Verein und jeder Gruppierung – proben die Herren intensiv und schaffen es so immer wieder, mich in Erstaunen, teilweise sogar in Verzückung zu versetzen. Wenn ein fast 60 Herren umfassender Männerchor ein zartes Piano zu singen im Stande ist, kann es dem Chorleiter schon einmal wohlig den Rücken herunter laufen (lacht). Dankbar bin ich aber auch meinem langjährigen Chorleiter-Vorgänger Johannes Menskes. Der Chor beherbergt eine Vielzahl an Bearbeitungen, Sätzen und Kompositionen dieses von mir hoch geschätzten Kollegen. Die Singbarkeit und Ausdruckskraft seiner Werke sind ein Hauptgrund, warum ich immer wieder das ein oder andere Stück mit in die Konzerte aufnehme. Die Begeisterung über diese Kompositionen teile ich mit den Choristen, welche unter Johannes Menskes singen durften. Chor und Chorleiter sind sich bei den Menskes-Sätzen immer einig: Davon kann man nie genug bekommen. Einen Blick in die Zukunft zu wagen ist bei Männerchören immer mit gemischten Gefühlen verbunden. Auch, wenn wir zuletzt einen 15jährigen jungen Mann in die Gemeinschaft aufgenommen haben, so ist das Durchschnittsalter meiner Herren noch recht hoch. Es ist leider ein Factum, dass man heutzutage nur sehr wenige junge Männer zum Singen bewegen kann. Auch möchten sich viele nicht mehr vereinsmäßig binden – darum haben sogenannte Projektchöre immer wieder großen Zulauf. Doch gerade die regelmäßigen Probe-Abende, die Konzertreisen und die geselligen Ausflüge schweißen die heterogene Truppe zusammen, so weit, dass man beinahe von einer Familie sprechen kann. Das ist nicht hoch genug zu schätzen. In einer solchen musikalischen Familie kann sich jeder auf jeden verlassen. Das beginnt schon bei den Proben, wenn die Sitznachbarn bemerken, dass eine Stelle nicht so gut klappt, sie sich aber trotzdem auf ihren Nachbarn verlassen können, und so gemeinsam eine schwierige Stelle gut umschifft werden kann. Zudem ist die Atmosphäre in den Proben ernsthaft-locker, denn neben intensiver Probenarbeit kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Ein großes Manko stellt in meinen Augen auch die Presse dar, in welcher dieser Ausnahme-Männerchor wenig bis gar nicht bedacht wird. Dieser Chor ist seit 1902 eine kulturelle Säule in Kempen und durch Konzertreisen ins In- und Ausland ein Botschafter der Stadt Kempen geworden. Ich würde mir hier deutlich mehr Präsenz der Lokal-Presse wünschen. Auch über die Medien können neue Mitglieder gewonnen werden, und so sei abschließend gesagt: Der Chor und besonders sein Chorleiter freuen sich über sangesfreudige (junge) Männer, die freitags Abends um 19.30 Uhr zur Probe in den Pfarrsaal von Christ-König kommen um zu erleben, was für eine tolle Truppe der Arnold-Chor 1902 Kempen ist.

Das Gespräch mit Stefan Thomas führten Wolfgang Becker und Hugh Norman

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