Jahresbericht 2017 des Arnold-Chores 1902 Kempen e.V.

Liebe Sangesbrüder

Der Arnold-Chor Kempen kann auch diesmal wieder auf ein ereignisreiches und zufriedenes Jahr zurückblicken.

Direkt nach der Jahreshauptversammlung, dessen Protokoll wir soeben hörten, begannen am 20. Januar die Proben für unser Wunschkonzert im Juni. Wunschkonzert deshalb, weil die Sänger im Vorfeld mit entscheiden konnten, welche Werke, meist aus dem Arnold-Chor-Repertoire zur Aufführung kommen. Neu für alle Sänger war die Einstudierung des Operettenquerschnittes aus der „Maske in Blau“ von Fred Raymond. Aber auch dem Chor bekannte Stücke, wie „der Rigoletto“ aus der gleichnamigen Oper von Giuseppe Verdi kosteten unserm Chorleiter manche Schweißperle, bis der letze verstanden hatte, wie man „die Leiter selber hielt“.

Zwischenzeitlich musste der Chor eine neue Bleibe suchen, da das Von-Broichhausen- Stift wegen Umbaumaßnahmen nicht mehr als Probenraum genutzt werden kann. Eine neue Bleibe haben wir nun seit März im Pfarrheim von Christ- König gefunden, wo man sich zwischenzeitig ebenso wohl fühlt, wie in der Cafeteria des Altenheimes.

Am 2. April verstarb unser Sangesbruder Alfred Leenen im Alter von 88 Jahren. Auch viele Sangesbrüder geleiteten ihn zur letzten Ruhestätte. Musikalisch verabschiedeten wir uns von Alfred Leenen beim SWG am 20. Mai 2017, bei der wir die Messfeier in der Kirche St. Hubertus feierlich mitgestalteten.

Jahreshöhepunkt war unser Wunschkonzert am 11. Juni bei hochsommerlichen Temperaturen in der vollbesetzten Kirche Christ-König. Unter Mitwirkung des Collegium Instrumentale Kempen unter der Leitung von Bernd Erich Brinkmann, mit Kantor Theo Dahmen am Klavier, mit Dr. Herbert Holtemeyer am Saxofon und unter der Gesamtleitung von Stefan Thomas wurde den Zuhörern ein „Wunschkonzert vom Feinsten“ geboten, denn so betitelte die Presse unsere Darbietungen.
Gleich zu Beginn begeisterten wir das Publikum mit dem Potpourris „Melodien zum Verlieben“ und der „Maske in Blau“ bei denen schon die ersten „Bravo-Rufe“ zu hören waren. Diese Evergreens der 1920-1940er Jahre wurden anschließend fortgesetzt mit dem Collegium Instrumentale und Saxofonist Holtemeyer mit den amerikanischen Ohrwürmern „All of Me“ und das „Lockenköpchen“.
„Hier finde ich die Melodien, die ich mag“, zieht eine Kempenerin in der Pause eine erste Bilanz und die sollte sich in der zweiten Hälfte noch steigern. Ich zitiere hier aus der Presse:
Da fährt der Arnold-Chor Bravourstücke aus der Opernwelt auf. Da ertönt eine „Rigoletto-Fantasie“ – eine Zusammenstellung der markantesten Arien aus der berühmten Oper. Da wird der „Chor der Kreuzfahrer“ virtuos rübergebracht. Bravorufe hallen durch die Kirche. Auch die A-capella-Lieder wie „Santa Lucia“ werden musikalisch gekonnt und stimmlich gut artikuliert vorgetragen. Das Lied der Berge „La Montanara“ rufen die ersten Tränen der Rührung hervor. Standing Ovation folgen und die Zugabe, der „Freiheitschor aus Nabucco“ endet im lauten Jubel. Fazit: Ein Chor, der nicht nur mit der Kehle singt, sondern auch mit dem Herzen und dessen fachliche Palette die moderne Musikgeschichte von der Klassik bis zum Jazz professionell abdeckt.
Soweit das Zitat aus der Presse und dem brauche ich jetzt nichts weiter hinzufügen.
Sehr zufrieden zeigte sich auch unser Chorleiter Stefan Thomas, wurde er doch für sein beharrliches und präzises Proben entschädigt. Ihm sei an dieser Stelle herzlich für sein Engagement gedankt.

Im festlich geschmückten Pfarrheim trafen sich anschließend die Sänger mit ihren Ehefrauen und Partnern. Ein reichlich hergerichtetes und schmackhaftes Büffet und kühle Getränke erwarteten uns. So gestärkt fand im Anschluss unsere Jubilarehrung statt.
Da Hans-Theo Ohlenforst vom ChorVerband Linker Niederrhein wegen Krankheit verhindert war, nahm unser erster Vorsitzender Werner Beckers alle Ehrungen vor und konnte folgende Sänger für ihre Treue zum Chorgesang gratulieren.

Für die Mitgliedschaft zum Arnoldchor

25 Jahre      Jürgen Detges
25 Jahre      Heinz-Herbert Jaegers
60 Jahre      Manfred Prange
60 Jahre      Erich Schmitz

und für die Mitgliedschaft zum DCV

25 Jahre      Jürgen Detges
60 Jahre      Manfred Prange
60 Jahre      Hans-Jürgen Schein
60 Jahre      Erich Schmitz

Zu Ehren der Jubilare wurde noch einmal kräftig gesungen und in gemütlicher Runde noch bis in den späten Abend erzählt und gefeiert. An dieser Stelle sei allen Organisatoren für das Konzert und die anschließende Feier ganz herzlich gedankt.

Ja, nach dem Konzert ist vor dem Konzert und so lagen schon bei den nachfolgenden Proben die Chorsätze für unser Gastkonzert in Holland in den Mappen.

Dazwischen und noch vor der Sommerpause fand dann am 24. Juni 2017 unsere traditionelle Fahrradtour statt und in diesem Jahr ausnahmsweise mal bei trockenem Wetter. Sie führte uns auf schönen Wegen durch die Apfelplantagen der Hüserheide nach Vorst zum Kaffee „Papelapapp“. Dort gab es nicht nur Kaffee sondern auch frisch gezapftes Gerstenwasser und es wurden auch einige Trinklieder gesungen.
Die Radtour führte anschließend weiter über die Bahnterrassen des „alten Schluffs“ und dann entlang der Niers, wo kurz vor der Burg Uda noch eine Trinkpause eingelegt wurde.
Pünktlich um 14.00 Uhr erreichten wir das Anwesen unseres Sangesbruders Felix Prudlo. Vor uns im Garten unter Obstbäumen, ausgestattet mit Tischen und Bänken, empfing uns einladend ein Büffee und die Grillkohle qualmte im großen Schwenkgrill. Dort wurden wir schon von den Sangesbrüdern, die die Fahrradtour nicht mitmachen konnten empfangen. Kottelet und Bauchspeck, Würstchen und Steaks, verschiedene Salate und Brot luden ein zum Verzehr und ein Fässchen Bier wurde angezapft und später noch ein zweites und ein drittes. So gestärkt verlief der weitere Nachmittag in gemütlicher Runde mit vielen Gesprächen und Liedern. Am Spätnachmittag wo es doch ein wenig kühler wurde, rückten immer mehr Sänger um das wärmende Feuer des Grills und in dieser gemütlichen Runde bei Lagerfeuerromantik wurden viele Wander- und Fahrtenlieder aus längst vergangenen Zeiten gesungen. Die letzten Sänger kehrten dann am frühen Abend feucht fröhlich nach Hause zurück.
Hier sei an dieser Stelle den Organisatoren und insbesondre unseren Sangesbrüdern Heinz Thiesen und Felix Prodlo noch einmal recht herzlich gedankt. Unser ganz besonderer Dank gilt unserem Sangesbruder Helmut Gielen, der das Essen und die Getränke für dieses Fest sponserte.

Nach der Sommerpause stand das bevorstehende Gastkonzert in Holland im Fokus unserer Proben. Dem Chor bekannte Stücke wie der Frohe Sängermarsch, Aus der Traube in die Tonne, Schäfers Sonntagslied, usw. wurden von unserem Chorleiter neu auf den Prüfstand gelegt und von ihm so interpretiert und intensiv geprobt, wie es die Chorpartituren auch wirklich vorgeben und das nicht immer nur zur Freude der Sänger, denn der Ausspruch: Dat könne we doch“ war ab und an zu hören, doch sollte sich letztlich die Beharrlichkeit des Chorleiters noch auszahlen.

Am 21.10.2017 fuhren wir dann mit dem Bus nach Echt in den Niederlanden und wurden von unserem gastgebenden Mannenkoor De Wiejertzanders St. Joost herzlich empfangen. Der neu errichtete große Festsaal mit Bühne und einladender Theke im Foyer gab dem ganzen eine lockere Atmosphäre. Zwei weitere Gastchöre aus Venlo und Geleen waren ebenfalls geladen. Gleich zu Beginn zeigte der Mannenchor De Meulezengers sein beeindruckendes Können und ließ uns alle aufhorchen. Nicht nur musikalisch gekonnt und stimmgewaltig beeindruckte uns auch das Liedrepertoire wie z.B. aus der französiche Oper Die Perlenfischer, eine walisische Hymne, eine afrikanische Trilogy bis What a wonderful word.
Ebenfalls der gastgebende Chor begeistere mit Veni Jesu, einem sakralen Lied, dem Lindenbaum und Kloster Grabow gesungen in Deutsch und moderneren Interpretationen von Simon und Garfunkel, The Wings, Tom Jones und den Beatles.
Dagegen mussten wir nun mit unserem klassischen Liedgut gegenhalten und hier zeigte sich das Ergebnis unserer intensiven Proben und unsere präzisen und konzentrierten Darbietungen wurden mit großem Applaus gewürdigt. Spätesten als wir dann als letztes Stück Pit Hein in Holländisch vortrugen, jubelte der Saal und wir hatten wohl damit den Nerv der Holländer getroffen. Sehr zufrieden zeigte sich auch unser Chorleiter der trotz starker Rückenschmerzen gekonnt dirigierte. Nach dem Konzert blieb man noch ein Weilchen zusammen und die Zeit wurde zum Gesprächsaustausch mit den anderen Chören wahrgenommen. Auch für unseren Chor war dieser Abend inspirierend und eine Bereicherung, da wir die Möglichkeit hatten, uns mit anderen starken Männerchören im direkten Vergleich zu messen.

Die Proben nach den Herbstferien standen dann schon ganz im Zeichen des zu Ende gehenden Jahres. Weihnachtliche Lieder für unsere Ständchen im Hospital und Altenheim und für unsere Mitwirkung beim Neujahrskonzert in Christ-König wurden hervorgeholt aber auch schon Lieder für unser Frühlingskonzert und unsere Chorreise nach Thüringen.

Traditionsgemäß endete unser Sängerjahr mit advent- und weihnachtlichen Liedern im Von-Broichhausen-Stift und eine Woche später in der Kapelle des Krankenhauses.

Im Anschluss hieran bedankte sich Werner Beckers im Namen aller Sänger bei unserem Chorleiter mit einem Präsent für seine geleistete Chorarbeit und verabschiedete alle Sänger mit guten Wünschen zum Weihnachtsfest und für das neue Jahr.

Helmut Klinkhammer
2. Geschäftsführer